Ganzheitlich und Nachhaltig

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wolfgang_pfefferAntriebssystemspezialist Spörk über Anlageneffizienz

 

Das Thema Energieeffizienz begleitet uns nun schon sehr lange. In all der Zeit hat es allerdings nichts an seiner Aktualität eingebüßt – im Gegenteil. In Anbetracht schwindender fossiler Rohstoffe und der damit verbundenen Kostensteigerung, wird auch der Strompreis über Kurz oder Lang massiv steigen. Kein Wunder, dass Unternehmen vermehrt darüber nachdenken, wie sie Kosten im laufenden Betrieb senken und die Produktion effektiver gestalten können. Einen Ansatz, wie Effizienz aussehen kann und wie man sie eruiert, stellte uns Ing. Wolfgang Pfeffer, technischer Leiter und Prokurist von Spörk Antriebssysteme vor.

 

Das Thema Energieeffizienz wird bei Spörk Antriebssysteme groß geschrieben. Neben effizienten Produkten, bietet der Spezialist aber auch einen Service zur effizienteren Gestaltung der Anlagentechnik an. Ing. Wolfgang Pfeffer bei Spörk erklärte uns, welchen Ansatz der Antriebsspezialist dabei verfolgt.

 

Herr Pfeffer, Energieeffizienzklassen sind ja nichts Neues. Warum wurden sie nun bei den Drehstrommotoren neu ausgelegt?

Ing. Wolfgang Pfeffer, Leitung Technik, Spörk: Die Energieeffizienzklassen EFF1 bis EFF3 wurden zu einer Zeit ins Leben gerufen, als man dachte, dass einerseits über EFF1 hinaus keine Steigerung mehr möglich sei, sowie andererseits eine Vereinheitlichung der weltweiten Systeme (IEC 60034-30) zu erzielen ist. Mittlerweile hat sich die Technik geändert und auch verbessert und deshalb wurden die neuen IE-Klassen eingeführt. Ich begrüße das sehr und freue mich auf jede weitere effizienzsteigernde Maßnahme. Dabei geht es mir persönlich um die Nachhaltigkeit.

 

Apropos Nachhaltigkeit. Was kann Spörk über effiziente Motoren hinaus seinen Kunden noch anbieten?

Pfeffer: Wir bei Spörk verstehen das Thema Energieeffizienz nicht nur vonseiten unserer Produkte, sondern versuchen, die Einsparpotenziale betriebsumfassend zu sehen. Betrachten wir das Beispiel einer Werkshalle mit 100 Motoren. Natürlich wirkt sich der Einsatz von 100 neuen, effizienteren Motoren gegenüber älteren Modellen aus. Aber nimmt man darüber hinaus beispielsweise auch die Wärmeentwicklung dieser Geräte mit in die Kalkulation, kann man im Winter diese zusätzliche Heizleistung von den Heizkosten abziehen. Also nur ein effizienter Motor alleine, ist Spörk definitiv zu wenig. Wir finden einen Mehrwert, der für unsere Kunden interessant ist.

 

Ein Motor alleine reicht ja für zahlreiche Antriebslösungen meist nicht aus. Wo setzt Spörk neue Maßstäbe, um ein Antriebskonzept noch effizienter umzusetzen?

Pfeffer: Man hört immer nur, dass Motoren effizienter werden müssen. Von den Getrieben spricht komischerweise aber niemand – obwohl auf diesem Sektor ebenfalls ein enormes Einsparungspotenzial steckt. Spörk hat beispielsweise für die Fördertechnik einen getriebelosen Motor entwickelt, der weit über der verlangten Energieeffizienzklasse liegt – dabei handelt es sich allerdings auch nicht um einen Drehstrommotor. Dieser getriebelose Motor läuft ohne Öl und braucht deshalb auch kein regelmäßiges Service. Diese Gegebenheit macht das Gerät extrem interessant für die Lebensmittel- und Pharma-Industrie.

 

Das heißt, Spörk hat effiziente Geräte und bietet zusätzlich eine betriebsumfassende Kalkulation für Energieeffizienz an. Wie kann man sich so etwas konkret vorstellen?

Pfeffer: Zuerst stellen wir fest, welchen Energiebedarf ein Unternehmen generell hat. Dazu führen wir über einen Zeitraum von 8–12 Wochen Tag und Nacht Messungen durch, die auch online abrufbar sind. Damit bekommt man erste Fakten.

Dabei stellt sich dann z. B. heraus, dass eine Firma eine Einspeiseleistung von 200 kW hat, davon aber lediglich 20% wirklich braucht. Darüber hinaus wurden bei der Zuleitung Kupferleitungen verlegt, mit denen man im Nachhinein betrachtet vier Werke der gleichen Größe betreiben hätte können. Der Hauptschalter ist völlig überdimensioniert, der Schaltschrank halb leer – dabei geht es nicht um Kosten – dazu muss man sich die Frage nach Nachhaltiger Ressourcennutzung stellen!

 

wolfgang_pfefferBeschränken sich diese Messungen ausschließlich auf elektrische Energie?

Pfeffer: Keineswegs! In einem Fertigungsbetrieb werden genauso Wasser, Dampf, Gas oder Druckluft benötigt – auch diese Größen erfassen wir. Dabei wird dann deutlich, dass viele Geräte zu Zeiten in Betrieb sind, an denen sie gar nicht benötigt werden. Oder dass beispielsweise an einer Druckluftleitung extreme Verluste zu verzeichnen sind, die auch mit einem neuen Kompressor nicht vermindert werden können. Verringert man diese Verluste auf ein Minimum und setzt Geräte nur dann ein, wenn man sie auch wirklich braucht, kann man schon einen immensen Teil an Energie einsparen – und genau darauf kommt es an. Diesem Effizienz-Gedanken hat sich das komplette Team von Spörk verschrieben. Nur eine Norm zu erfüllen, wäre uns zu wenig – wir blicken über den Tellerrand hinaus.

 

Von welcher Dunkelziffer falsch dimensionierter Werke sprechen wir Ihrer Meinung nach?

Pfeffer: Angefangen von der elektrischen Versorgung über die Leistungsfähigkeit einzelner Maschinen bis hin zu Druckluft und dergleichen sprechen wir hier von mindestens der Hälfte aller herstellenden Betriebe. Natürlich möchte man eine Zuleitung nur einmal legen – denn wir wissen alle, welcher Aufwand dahinter steckt, wenn man so etwas ausbauen muss. Dennoch erfordert eine nachhaltige Ressourcennutzung ein komplettes Umdenken – die Normen sind nur ein Anstoß dazu.

 

Wie wird dieses Spörk-Service angenommen und an wen kann man sich bei Spörk wenden?

Pfeffer: Mittlerweile beginnt der vorhin erwähnte Umdenkprozess einzusetzen. Immer mehr Unternehmen möchten wissen, wo Einsparpotenziale in ihren Betrieben möglich sind – selbstverständlich behandeln wir die ermittelten Daten mit äußerster Diskretion. Mit dieser Betriebsdatenerfassung können wir Unternehmen nicht nur bei Effizienzfragen, sondern auch bei der Fehlersuche in ihren Anlagen unterstützen.

Ansprechpartner zum Thema Energieeffizienz sind die Spörk-Außendienstmitarbeitert.

 

Wie kommt ein Antriebssystemspezialist wie Spörk zum Thema Anlageneffizienz?

Pfeffer: Zu Beginn der Spörk-Firmengeschichte haben wir Getriebe verkauft. Später wollten unsere Kunden auch die entsprechenden Frequenzumrichter dazu und im Laufe der Zeit verlangten unsere Kunden auch den entsprechenden Schaltschrank. Letztendlich fehlte nur noch die Steuerung – die wir mittlerweile auch anbieten. So ist im Prinzip die Anlagentechnik im Hause Spörk entstanden. Aber genau das schätzen unsere Kunden – alles aus einer Hand. Da sich die Welt jedoch ständig weiterdreht und unablässig neue Technologien entwickelt werden, ist es für ein Unternehmen wie unseres ebenso wichtig, sich stetig weiterzuentwickeln und sich den gegebenen Anforderungen des Marktes anzupassen. In Teamarbeit entstand die Idee, dass sich Spörk Antriebssysteme mit dem Thema Anlageneffizienz verstärkt auseinandersetzen und dieser Bereich forciert werden muss. Intensive, hauseigene Studien, Messungen und Entwicklungen folgten, in denen wir unser Know-how extrem weiterentwickeln konnten und somit unsere bestehenden als auch unsere zukünftigen Kunden davon profitieren können.

 

Zusammengefasst zählt für Spörk also der ganzheitliche Ansatz bei Effizienz.

Pfeffer: Ja. Wir haben uns gesagt, wenn wir schon beim Kunden vor Ort sind und die Erfahrung mitbringen, können wir auch eine anlagenumspannende Effizienz-Lösung anbieten. Der Umweltgedanke ist bei Spörk sehr stark ausgeprägt und wird auch am Markt immer wichtiger.

 

Herr Pfeffer, wir danken für das Gespräch!

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